geplant verplant

Paraty

Das Abenteuer Amazonas war vorbei. Als kleine Abkühlung, war der eigentliche Plan ab in die Berge zwischen den Staaten Rio und Sao Paulo zu fahren. Keine feuchte Luft, keine Moskitos, weniger Hitze! Die Vorstellung kam uns im Dschungel wie ein Traum vor.

Leider blieb es auch dabei….. Unsere Planung war eher schlecht, weshalb wir laufend unsere Pläne ändern und am Ende darauf verzichten mussten.

Aus diesem Grund sind wir dann in Paraty gelandet!

Ein kleines Dorf direkt am Meer zwischen Rio und Sao Paulo. Sehr beliebt bei Touristen.

 

Alt kann auch manchmal schön sein

Alt kann auch manchmal schön sein

...der Kolonialstadt Paraty

…der Kolonialstadt Paraty

Die rostige Laube war zu verkaufen^^

Die rostige Laube war zu verkaufen^^

Citycenter...

Citycenter…

 

 

Die nächsten vier Tage wurden vorwiegend am Strand verbracht. Einmal unter anderem von oben bis unten mit grauen (schwefelhaltigem) Schlamm bedeckt, von dem man (angeblich)schöne zarte Haut bekommt.

XD MAry wie sie versucht aus dem Schlamm aufzustehen

XD Mary wie sie versucht aus dem Schlamm aufzustehen

Das mit Abstand Beste war aber ein natürlicher „Waterslide“, etwas im inneren des Landes. Im Dschungel in der Region gab es zahllose Wasserfälle und Bachläufe. Einer davon lief über eine riesigen Felsen. Durch das Wasser hatte sich eine dünne Schicht Algen auf dem Felsen gebildet, was das Ganze zu einer rutschigen Angelegenheit machte.

Waterslide !!

Waterslide !!

Zum Glück für uns! Mit zusätzlichem Schwung von den Locals bretterte man über den Felsen in einen natürlichen Pool!!! UUUUnglaublich spaßig und jedem zu empfehlen!

(Ein paar Impressions: )

 

Die Tage waren sonst eher gediegen und ruhig. Im Anschluss ging es dann nach Rio für Sylvester!

Aber dazu mehr beim nächsten mal 😉

 

 

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Amazonas

Der Amazonas, ein großes Mysterium mit wilden Tieren und unzähligen Stämmen an Ureinwohner. Mit dieser Vorstellung begann Maria’s und meine Reise in den größten Regenwald der Welt.

Nachdem wir in Manaus, dem „Tor zum Amazonas“, direkt einen 5-tägigen Jungletrip gebucht hatten, ging das Abenteuer auch schon los.

Erste Bootsfahrt

Erste Bootsfahrt

Zwei Autofahrten, darunter eine sehr abenteuerliche in einem brasilianischen VW T2, entlang einer aus roten, Matsch bestehenden Straße, zwei Bootsfahrten und ca. 5 Stunden später, erreichten wir die Junglelodge.

In den 5 Tagen war ein volles Programm geboten. Von Piranhafischen über Kaimanspotting bis hin zu einer Nacht im Dschungel.

Das Privileg die berühmtesten aber scheusten Tiere des Amazonas (Anakonda und Jaguar) zu sehen, blieb uns leider verwehrt. Trotz allem haben wir eine Vielzahl an anderen Bewohnern des Regenwaldes zu sehen bekommen.

 Alles in allem hat der Amazonas wirklich etwas Mystisches an sich. Mit seinen vielen Tieren, seinen unentdeckten Stämmen und alten Ritualen, sowie teils gruselige Geschichten über das Leben hier.

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Sambarhythmen, Traumstrände, Leidenschaft, Lebensfreude! Typische Attribute mit denen Brasilen oft beworben wird.   Doch wie auch oft die Fotos, sind die die Beschreibungen gerne geschönt. Vor allem Sao Paulo ist keine „typische“, brasilianische Stadt. Eine Arbeitsstadt, leider nicht wirklich mehr, aber auch nicht weniger. Sambarhythmen findet man hier vor allem Abends, in den Clubs und Bars von Vila Madalena. Traumstrände (deutsche Definition) anscheinend nur im Norden Brasiliens, genauso wie Leidenschaft und Lebensfreude. Die Paulista hier sind eher dauerhaft gestresst. Warum? Ein Grund ist auf jeden Fall die schlechte Infrastruktur. Busfahrpläne gibt es nicht. Also muss man, wenn man Pech hat, auch mal 20 min warten (ohne dass man das weiß). Und wohin fahren die Busse? Das weiß nur der Busfahrer, bzw. eben die Passagiere, die es halt wissen. Du kannst also fragen (natürlich nur portugiesisch) oder du probierst aus und hoffst, dass Googlemaps nicht allzu falsch liegt. Einer meiner bewährten Taktiken. Würde ich aber nicht empfehlen. Ein ungewollter Ausflug in die Favelas von Sao Paulo war bereits ein Ergebnis. Von falschen Routen und fremde Gegenden, fange ich gar nicht erst an.

Theoretisch würde ich sagen, ist das gar nicht so schlecht. Wenn man Zeit hat, kann man auch so seine neue Heimat entdecken. Problem hierbei ist nur die allgegenwärtige Gefahr. Die richtig einzuschätzen, gehört leider zum Alltag. Von Warnungen, über Entwarnungen, bis hin zu wirklich creepy Storys, habe ich nun schon einiges gehört. Die Storys erzähle ich lieber nicht, schließlich sollen Familie und Freund noch ruhig schlafen ;). Man muss einfach lernen, diese Geschichten richtig einzuschätzen. Es gibt durchaus einige Brasilianer, die einen Hang zum Übertriebenen haben und alles sehr aufbauschen. Selber halten sie sich dann auch nicht an die vorgeschlagenen Verhaltensweisen (die einen extremst einschränken würden). Ich habe mittlerweile gelernt damit zu Leben. Plane automatisch ein, in welche Hosentaschen oder Jackentaschen ich wie viel Geld stecke, falls ich überfallen werde, vielleicht sogar mehrmals. Aber ich kann euch beruhigen! Weder mir, noch den anderen Praktikanten, noch jemanden von Aiesec, ist wirklich etwas Schlimmes passiert. Klar Taschendiebe gibt es immer, aber damit kann ich leben.

Nur die Einschränkungen im Alltag, und das ständige mitdenken und auf sich aufpassen, das ist anstrengend. Handys möglichst wenig auf offener Straße verwenden, nicht zu viel auffälligen Schmuck tragen, bestimmte Gegenden meiden, Nachts mit dem Taxi fahren, in der nähe zwielichtigen Gestalten lieber die Klappe halten , sollen ja nicht merken, dass du „reicher“ Europäer bist etc. Das ist alles nicht besonders dramatisch, aber schränkt die Freiheit ein und ist sicherer. Und natürlich halte ich mich daran.

Aber, ich freue ich jetzt schon in Deutschland auf offener Strasse zu telefonieren oder Nachrichten zu schreiben, ohne die Befürchtung es wird gleich aus der Hand gesnapt. Schmuck und Kleidung zu tragen, ohne befürchten zu müssen: Sehe ich aus, als hätte ich viel Geld? Eben einfach wieder freier sein 🙂

In dem Sinne: Safety first ! Und bis zum nächsten mal.

São Sebastião

5 Wochen später: São Paulo ist zwar groß, aber hat vor allem für die Größe, nicht so viel zu bieten.

Der Beschluss stand also erneut fest: Raus hier!

Ziel war Strand. Mehr Definition haben wir nicht gebraucht (Wir: Sherin, Sebastian, ich). Nach den Kategorien: Welche Tipps geben Kollegen und wo ist noch ein Hostel Frei entschieden wir uns für São Sebastião. Die Fahrt war nicht annähernd so lange wie auf die Ilha Grande und wir kamen Samstagmorgen um 9 Uhr (Abfahrt SP 6:00) in dem kleinen Dorf an.

Im Hostel haben uns die netten Hostelomis gesagt, dass es zu dem berühmten Strand Maresias (alle Hostels voll) einen Buss gibt, einfach die Straße runter. Der fährt dann 40 Minuten. Damit sich die naiven deutschen Touristen auch nicht verfahren, habe sie uns noch die Ziele der Busse auf einen Zettel geschrieben. Nach der einfachen Erklärung und mit dem Zettel sollte das ja eigentlich kein Problem sein. Und tatsächlich, Bushaltestelle direkt gefunden. Jetzt heißt es warten. 10 min……20 min…..25 min…..30 min…Boaaa ist des heiß…..35 min….40 min….Ok irgendwas stimmt hier nicht.

Viel zu heiß, um geduldig zu sein. Ein Bus dauert 40 min. D.h. ein Auto müsste viel schneller sein und Taxipreise halten sich hier wirklich im Rahmen. Also ein Taxi geschnappt und endlich auf zum Strand. Der Fahrer hat sich vermutlich des Lebens gefreut. Drei Blonde Europäer und dann noch so eine lange Strecke. Hat direkt mal das Labern angefangen, auf Portugiesisch. Ich muss dazu sagen, ich versteh immer mehr und mehr, aber reden mmh nee^^ Klappt nicht so…Bei Sherin und Sebastian allerdings schon ein bisschen besser. Und die leicht erschwerte Kommunikation war relativ lustig mit anzuhören, was die Fahrt wesentlich verkürzt hat. Die hat dann auch doch mal rund 90RS gekostet (ca 30€)……

Einer der schönsten Strände Brasiliens! (Laut Aussagen mehrerer Brasilianer) Muss man gesehen haben! Ok… Die Definition schön ist bei dem allgemeinen Deutschen wohl etwas anders….zwar groß, aber relativ voll uuuunndd entscheidender Aspekt (für Brasilianer): Viele knapp bekleidete Menschen, die sich zur Schau stellen (nicht so knapp wie an Frankreichs Küsten :P) Anders als erwartet (bin ja durch Indo auch echt verwöhnt), aber trotzdem schön. Endlich mal baden, Sonne tanken, Bier am Strand trinken… hach kann das Leben entspannt sein…Bisschen am Strand schlafen, lecker Nudeln essen….Das war auch schon unser Tag. Reicht ja auch oder nicht?

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Mit dem Taxifahrer direkt zurück, wieder super unterhaltsam. Er hat uns seine Sammlung verschiedener brasilianischer Musikrichtungen gezeigt und dabei sehr gerne mitgetanzt (soweit es ging) oder mitgesungen. Sehr lustig! Kleines Partytaxi 😉 Er fand die drei blonden Deutschen dann auch so toll, dass er uns für den nächsten Tag eingeladen hat, mit ihm und seiner Familie um 9 an den Strand zu gehen. Da wir ausschlafen wollten, haben wir auf diese Erfahrung allerdings verzichtet und wieder einen chilligen Strandtag (bzw. halb Strand/ halb BA bei mir) eingelegt. Ausgeruht und etwas angebruzelt ging es dann Abends auch wieder nach Hause.

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SUUUSHIIIII

 

 

Fazit: Schönes Wochenende, wieder viel zu kurz, brasilianische Definition von schönen Stränden ist eeetwas anders, keine Lust zu arbeiten.

 

… in dem Sinne : gutes Schaffen! Bis Baaald !

 

 

Klein aber fein…..

..könnte man meine bisherigen Reisen nennen. Meine Bachelorarbeit und die Arbeit machen mir leider einen Strich durch die Rechnung, was die Erkundung des Landes mit dem größten Regenwald der Welt angeht. Aber wie gesagt, trotzdem: klein aber fein 🙂

Ilha Grande

Tag 1, 2 und 3 meiner Arbeit hinter mich gebracht und schon geht’s weg. Wohin? ‚Ilha Grande‘ (große Insel). Früher: (!!) Gefängnisinsel oder Leprakrankengebiet, Heute : Kleine Insel und durch die Vergangenheit weitgehend unberührt.

Geplant wurde der Trip bereits zwei Wochen zuvor, geendet hat er etwas anders. Idee war: Sebastian (anderer deutscher VW-Praktikant), David (mexikanischer Mitbewohner von Sebastian) und ich mit dem Bus Freitagnacht bist zum Hafen, um morgens dann das Boot auf die Insel zu nehmen, in der Sonne bruzeln, bisschen im Dschungel wandern und den ganzen Weg dann Sonntagvormittag zusammen natürlich wieder zurück. Und so war es wirklich:

Bei meiner kleinen Geschichte muss ich bereits am Donnerstag anfangen. Nichts ahnend, während der Arbeit, bekam ich folgende Whatsapp Nachricht:

„Moin Sebastian! Hier ist die Sherin,

Maria hat mir deine Nummer gegeben.

Würde mich freuen euch mal kennen zu lernen.“

Aaaaalles klar! Ok, ich muss vielleicht dazu sagen, dass Maria (von AIESEC) mich bereits gefragt hatte, ob sie mein Nummer an eine neue deutsche Praktikantin weiter geben darf. Nach der kurzen Enttäuschung, dass ich doch nicht ihr Wunschkommunikationspartner in Whatsapp war, haben wir uns während dem hin und her getexte wirklich gut verstanden. Intelligent, lustig, schreibt viel. Ich glaub die mag ich!

Also wat solls: gleichmal gefragt ob Sie auch Bock auf die „Große Insel “ hat. Noch nie gesehen, noch nie gesprochen, egaaaal! Klar ist das Mädel dabei!

Wir haben uns ca. 4-5 std. vor Abfahrt (das erste Mal) getroffen, um Vesper zu machen und natürlich noch eine Busticket für Sie zu ergattern. Glück gehabt! Ich mag sie, auch wenn sie ihren Mund aufmacht 😉

Endlich am Bus angekommen. Sherin und ich gleich reingehüpft und noch schnell mit einem Brasilianer ausgemacht, dass er den Platz von Sherin einnimmt, damit wir vier zusammensitzen können.

Und dann warten und warten und warten und warten….Wo bleiben denn die Jungs?

Stehen immer noch vor dem Bus beim Busfahrer der die Tickets prüft. Nach einem kurzen check von Sherin, was da eigentlich los ist, die schlechte Nachricht: Sebastian darf nicht mit! Warum? Kein Pass oder sonstiges offizielles Dokument dabei (Braucht man anscheinend zum Verlassen der Staatsgrenze und Ilha Grande = Bundesstaat Rio). Nach ewigem hin und her, ob nicht auch der Studentenausweis reicht, blieben David und Sebastian letztendlich in Sao Paulo, fuhren aber am nächsten Tag noch an einen anderen Strand.

Zu zweit, jeweils ein Doppelsitz (hoffe der Brasilianer nimmt uns das nicht Übel :P), also auf die Ilha Grande. Dort angekommen erstmal einen Überblick verschafft und im Hostel eingecheckt. Während des Tages waren wir dann mit einer Spanierin und einer Brasilianerin (auf dem Boot kennengelernt) an einem Strand auf der anderen Seite der Insel, zu dem wir durch den Dschungel gewandert sind (Todo list: check)und abends gabs noch leckeres, typisch brasilianisches BBQ.

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Der Plan als Brathähnchen zurückzukommen hat leider auch nicht ganz geklappt. Wolken und Wind haben den Badespaß leider zu Nichte gemacht. Trotzdem war es ein wirklich schönes Wochenende mit tollen Menschen.

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Entspannt hab ich mich natürlich auch (trotz BA schreiben) und es war leider viieel zu kurz. Ich musste am nächsten Tag das Schiff um 12:30 nehmen, damit ich am Montag wieder Arbeiten konnte. Mehr unterwegs als an Ort und Stelle.

Aber : Der Weg ist das Ziel!

Ergebnis der ganzen Geschichte war nämlich zudem, dass ich 1,5 Wochen später bei Sherin eingezogen bin. Alsoo Leuteee, ich wohn nicht mehr im Hostel !!

Daaaa is se:

Dat ist dat Sheriiiiin

Dat ist dat Sheriiiiin

Das wars auch schon wieder für dieses mal.

Nächster Eintrag folgt diesmal früher 🙂

Liebste Grüüüüüßlis

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Goodbye Germany -Oi, Brasil !

„We will start the process to bring you to Brazil.“ Aufgeregt und voller Vorfreude fiel mit diesem Satz Anfang des Jahres der Startschuss um Mitte des Jahres nach Brasilien zu düsen. Ein Paar Emails mit meiner Hochschule und mit VW in Brasilien und ich hatte das Ding, sogar ohne Vorstellungsgespräch oder Telefoninterview, in der Tasche =)

Denkste! So einfach war das dann doch nicht!

Nach vielem hin und her, Ab- und Zusagen und bangem warten vor dem Emailkonto, durfte ich also bereits in Deutschland Bekanntschaft mit der brasilianischen Zuverlässigkeit machen. Aber, ganz nach deren Motto „tranquilo“, hat es dann mit etwas Geduld doch noch funktioniert und ich lebe mittlerweile seit über einem Monat (kaum zu fassen !!!) in einer der größten Metropolen der Welt, Sao Paulo!

Oi, Sao Paulo !

So, die Ankunft in Sao Paulo. Ich muss vielleicht vorher dazu sagen, da das Visum hier in Brasilien nicht so leicht zu kriegen ist und die Brasilianer absolute Fans der Bürokratie sind. Deswegen wurde ich bei dem ganzen Vorhaben durch AIESEC unterstützt. Eine Non- Profit-Organisation, die eben solche Praktika oder Sozialprojekte organisiert. Mit in dem Service inbegriffen eine Fughafenabholung !

Flug war harmlos, alles gut, kein Stress gehabt (trotz Flugangst). Beim Umsteigen hatte ich dann aber noch erfahren , dass das Mädel von AIESEC (wo alle English sprechen können) mich leider nicht mit abholen kann und dass mich eine Brasilianer abholt der etwas English spricht, aber nicht so gut. Nun ja, wird ne Interessante Fahrt, dacht ich mir. Und mit meinen Brocken (mehr kann man das leider echt nicht nennen)Portugiesisch und seinem Englisch wird das bestimmt schon gehen.

Mein Namensschildchen habe ich direkt entdeckt und das einzige an portugiesisch ausgepackt, was ich in dem Augenblick wusste „Você fala inglês?“ Ich verstand nur ein „não“ (so ein Misst) und er laberte schon darauf los. Alles klar! Ich glaub er hat mir an meinem fragenden, überforderten Blick angesehen, dass ich nichts verstehe, hat sein Handy gezückt und Maria Alice angerufen (das Mädel von AIESEC), die mir dann auch schon alles erklärt hatte und ein bisschen, jedenfalls für den Moment, die Kommunikation übernommen hatte.

Die Fahrt selber war dann relativ ruhig, logischerweise. Zwischendurch gab er mir einen kleinen Kuchen und versuchte mein portugiesisch mit einem „Tudo bem?“ zu ködern. Nach einem „Tudo bem!“ zurück, wars das dann auch schon mit unserer Kommunikation und ich konnte wieder meiner Neugierde folgen und unentwegt aus dem Fenster auf das noch fremde Land starren.

Plan war: Erstmal in ein Hostel ziehen und die Tage dann irgndwo ein Zimmer in einer WG zu suchen für ,meiner Meinung nach, großzügigen Betrag von 1000 RS pro Monat (ca 330€). Ich wollte kein Luxus und auch nicht viel Platz und noch dazu wurde mir immer wieder gesagt wie billig Brasilien sei. Tja, und schon wieder auf die Schnauze gefallen. Mal durfte man niemanden mitbringen (also gar nicht!), mal hatte das Zimmer 2 qm und keines der Zimmer hatte ein Fenster (?!) ……Ja, nach einem verzweifelten Gespräch mit meinem Hostelbesitzer wohn ich nun immer noch im Hostel, in einem Mehrbettzimmer (das aber höchsten ab und zu 2 weitere Gäste beherbergt) mit der Aussicht spätestens Ende Oktober eine Einzelzimmer zu bekommen und tata das ganze unter 1000RS!!! Brauch schließlich Geld zum reisen 😛

Hostel - Garten

Hostel – Garten

Dieses ganze hin und her mit dem Zimmer hat natürlich viel Zeit verschlungen. Entfernungen in Sao Paulo + die Gelassenheit einiger Brasilianer wasTermine angeht = viiieeel Zeit (manche erscheinen auch gar nicht).

An meinem ersten Abend habe ich dann noch mein Buddy kennengelernt. Ein Mädchen von AIESEC die während meiner Zeit in Brasilien meine Ansprechperson ist und mir mit allem hilft, also Visa, Bankkonto etc. Zuckersüße 19 Jahre alt und das erste mal Buddy, was mir einige lustige Erfahrungen einbrachte, die ich bestimmt nicht wieder vergessen werden (positiv gesehen ^^).

Die wunderschöne unkomplizierte Bürokratie in Brasilien

Ankunft ✓ Unterkunft ✓

Jetzt fehlt „nur“ noch Personenregistrierung ,Visa, Bankkonto……Ja…

Das Erste ,das CPF – die Registrierung in einer Art brasilianischem Personenregister. Vom Prozedere her wohl das einfachste von allem. Tja denkste. Formulare ausdrucken (OK) Steuern dafür bezahlen (ja auch OK) und dann nur noch eintragen lassen (klingt doch super). So erstmal Steuern bezahlen: Dafür muss man einfach zu einer Postfiliale gehen, bezahlen und Quittung geben lassen. Da wusste ich aber nicht, dass Brasilianer Fans vom anstehen sind . Also erstmal Schlange stehen und Nummer ziehen. Nach 20 min., Steuern zahlen und ab geht’s zur Registrierung. Wie solls anders sein, wieder erstmal Schlange stehen um einen Termin (also eine Nummer) zu bekommen (noch mal 10-15 min). Juhu, dachte ich, bald ist es geschafft. Und schon wieder auf die Schnauze gefallen. Der Termin war sage und schreibe drei (!!!) Stunden später.

Ok auch gut, bisschen die Gegend angeschaut, was gegessen und ab zum Termin. Zwei Minuten und schon hat ich mein CPF ! Hat ja (mit hinfahren etc.) nur nen ganzen Tag gebraucht für eine Arbeit von 2 min. OK,“ tranquilo Caro“! So is das halt hier in Brasilien.

Zweitens: Visa hab ich ja in DE schon mehr oder weniger fertig gehabt (dachte ich), jetzt nur noch den Stempel von der Federal Police geben lassen (so naiv!). Aber: viel Papierkram, alles beglaubigt und die Richtlinen dürfen keinesfalls überschritten werden. (Biometrisches Foto mit weißem (!!)Hintergrund, nicht weiß mit einem leichten hellgrauen Stich, der wohl bemerkt mein Schatten war). Aber als organisierte Deutsche hab ich das dann auch hinbekommen und nach ca. 1 Std. in der Federal Police war das auch erledigt.

Drittens: Bankkonto ; Hab ich noch nicht , hab mich bereits an Brasilien angepasst → mach ich wann anders !

Leben in Sao Paulo

„Sei bloß Vorsichtig in Brasilien“, „ Ich hab kürzlich von einem Deutschen in Brasilien gelesen, der erschossen worden ist!“ , „ In Brasilien wird man ganz oft ausgeraubt, da musst du echt aufpassen“. JUHU mit solchen Sätzen will man doch in ein fremdes Land geschickt werden.

Ich muss ehrlich sagen, da ist man dann schon SEHR paranoid. Jeder der hinter mir läuft ist eine potentielle Gefahr und alle haben es nur auf mein (nicht vorhandenes) Geld abgesehen!! Mit solchen Gedanken bin ich anfangs „frei“ rum gelaufen. Aber Tag für Tag hab ich mich wohler gefühlt und auch einfach gelernt 1. Loszulassen und 2. Trotzdem aufmerksam zu sein. Zwar ist es, wie in so vielen Ländern so, du kommst aus Deutschland → du musst reich sein (blonde fallen hier ziemlich auf), du bist Student → du musst Geld haben, da es hier, wie in vielen anderen Ländern, leider immer noch ein Privileg ist zu studieren und du dann meist zu der besser betuchten Gesellschaft gehörst. Aber es gibt eben bestimmte Gebiete die sind weitgehend sicher und andere eben nicht.  Taschendiebe gibt es hier anscheinend sehr häufig, also Tasche oder Rucksack immer vorne tragen und festhalten. Und Nachts ! Nachts kann es gefährlich werden, vor allem im Zentrum .

Drogenabhängige Obdachlose haben eben nichts mehr zu verlieren. Also, Memo an mich selbst: Nachts, Drogenabhängige, Zentrum: GEFAHR → geh bei dir in der Gegend feiern und nicht im direkten Zentrum!

Und dann war es soweit! Ich treffe mich mit Sebastian (ein anderer Deutscher, auch bei Volkswagen) und seinen Mitbewohnern zum feiern. Soweit so gut. Der französische Mitbewohner Adrien erzählt von einer mega Party in einem ehemaligen Kino mit guter Elektromusik. Juhu ! Klingt super! Meine erste Party war nämlich musiktechnisch ein kompletter Reinfall, sonst auf jeden Fall ganz lustig. Aber erst Jay-Z, im Anschluss ACDC und dann „Brasilien funk“ ,ach ja zwischendurch noch eine Liveband (Rockmusik)–ääää ja- war nicht sooo mein Geschmack.

Also Vorfreude war groß, schien so ne kleinere „Undergroundparty“ zu sein. Auf dem Weg dann der Schock, das ganze ist im Zentrum! Vorhaben über Board geworfen, nicht im Zentrum feiern zu gehen. Ich muss zugeben der Weg von der Metro zum „Kino“ war mehr als unheimlich ! Adrien hat das mit seinen Sticheleien leider nicht besser gemacht. Ich bin mir bis heute nicht sicher, wie viel davon ernst gemeint war und wie viel nicht. Ich war auf jeden fall heilfroh als wir endlich ankamen. In einem „Wohnhaus“ das früher ein Kino war und heut Abend eben zur Partylocation umfunktioiert wurde. Fazit : Geile Party, Creepy Umgebung, aber das Taxi hat Mercedes (eine Columbianerin, auch von AIESEC) Sebastian und mich sicher heimgebracht. Nur Sebastians Handy nicht, das hat wohl leider ein Taschendieb geschnappt. (Also: immer SEHR gut auf deine Sachen aufpassen).

Klavierspieler in der Metro (wtf!?)

Klavierspieler in der Metro (wtf!?)

Insgesamt drei Wochen hatte ich von meiner Ankunft bis zu meinem Praktikumsstart im Oktober. Drei Wochen in denen ich glücklicherweise meine Angst zum größten Teil ablegen konnte, drei Wochen in denen Ich meine Bachelorarbeit fertig schreiben wollte, viel Portugiesisch lernen wollte, alle Sehenswürdigkeiten in Sao Paulo abklappern wollte und und und. Was hab ich gemacht? Von allem etwas, =) Aber eben nicht so viel, wie ich wollte. Und drei Wochen, in denen ich die größten Vorzüge Brasiliens kennenlernen durfte: die Freundlichkeit und Offenheit der Brasilianer. Mal abgesehen davon, dass man (egal ob bekannt oder nicht) immer mit Küsschen begrüßt wird, was oft schon das erste Eis bricht, sind die Brasilianer ehrlich an dir Interessiert, egal ob sie English können oder nicht 😉 Wo kommt man her, was macht man hier, wie lang bleibt man etc. Wenn man jemand kennenlernt wird man erstmal ausgequetscht. Die Brasilianer lieben fremde Kulturen und Ihr eigenes Land! Reistipps habe ich also auch schon einige bekommen;). Wenn man gerade versucht ein portugiesisches Wort auszusprechen, hilft dir die nette alte Dame an der Ampel, die zufälligerweise Englisch spricht (kommt hier ja nicht so oft vor) und du kommst so mit ihr ins Gespräch. Du bist dir nicht sicher mit welchem Bus du von der Arbeit nach Hause fahren musst und fragst mit deinem gebrochenen Portugiesisch, welcher Bus das denn ist, da hast du zwei Minuten später 15 Busfahrer um dich herum die alles drum geben, dir weiterzuhelfen. Wenn du also Hilfe brauchst, wirst du in Brasilien immer welche bekommen!! Ein Land in dem man wirklich gut zurecht kommen kann, allerdings etwas besser, wenn man (dann mal…) portugiesisch spricht.

Arbeiten in Sao Paulo

1. Oktober : Ernst des Lebens in Brasilien beginnt. Meine Arbeitsstelle liegt leider nicht in der Stadt, sondern außerhalb, in der Stadt São Bernardo do Campo. Fahrzeit leider ca. eine Stunde. Am ersten Tag wurde ich aber glücklicherweise von AIESEC gebracht und sonst fährt man mit dem eigenen Bussen von Volkswagen aus São Paulo los und hat die Stunde dann Zeit zu lernen, zu lesen, zu schlafen, whatever.

So, erster Tag: Nach der Einführung bei der Personalabteilung und einem medizinischem Check gings auch schon zur Abteilung „Entwicklung Elektrik und Elektronik“, wo ich meinen Chef und meinen Betreuer direkt kennengelernt hab.

Vor meinem Beginn habe ich bereits zwei deutschensprachige Praktikanten (Sebastian und Gabriel) kennengelernt, die mir schon einige Anekdoten aus ihrem Arbeitsalltag erzählt haben. Meine Erwartungen waren vor allem: wenig bis keine Englischkenntnisse, keine Deutschkenntnisse, bis auf den deutsch sprechenden „Tutor“, der mit Hilft. Ich wurde extrem positiv überrascht. Alle Kollegen in der Abteilung die ich kennenlernen durfte sprechen Englisch (gutes Englisch) und viele sogar Deutsch! Hätte ich wirklich nicht erwartet! Jetzt ist allerdings das schlechte Gewissen, dass ich noch nicht wirklich portugiesisch kann, noch größer.

Jeder der Kollegen war sehr offen und freundlich und hat immer wieder betont, wenn ich Hilfe brauche stehen sie gerne zur Verfügung und ich soll auf jeden Fall zu ihnen kommen, wenn ich irgendwas bräuchte. Auch mein Chef war super nett. Nebenbei bemerkt ist er Surfer und hat mir direkt ein Foto von ihm in Aktion gezeigt! Haha super sympathisch als Chef (hab mir natürlich gleich ein paar Tipps geholt )

Er hat auch in den ersten Tagen immer wieder betont : „arbeiten ist zwar wichtig und ich soll was lernen, aber reisen muss ich auch und wenn ich mal ein Montag oder Freitag frei brauche, ist das gaaar kein Problem“ → Fazit Kollegen also: Top ! Alle viel entspannter und ich muss zugeben nicht so verklemmt und adrett wie in Deutschland, obwohl Sie mehr Wert auf ordentliche Arbeitskleidung legen.

Meine Aufgaben sind hier eher noch beschränkt auf Informationssammlung, aber ich hoffe einfach mal, dass sich die nächsten Wochen etwas ergibt.

So weit so gut liebe Leutchen, durch meine anhaltende Faulheit ist der erste Eintrag ganz schön lang geworden. Nächstes mal wird’s kürzer und die ersten Reiseberichte sind dann auch schon dabei , tschö mit ö meine lieben !